Ratgeber · Anfragen · Oktober 2026
Was kostet eine Anfrage? So rechnest du nach, ob sich deine Webseite lohnt.
Was kostet dich eine Anfrage und was bringt sie dir? So rechne ich im Anfragen-Check nach, ob sich deine Webseite lohnt.
Bevor ich überhaupt über Design rede, frage ich im Anfragen-Check eigentlich immer zuerst: Was ist ein Auftrag bei dir wert? Und wie viele Kunden schaffst du im Monat überhaupt? Erst wenn wir das wissen, kann man sagen, ob sich eine neue Webseite für dich lohnt. Genau diese Rechnung zeige ich dir hier, damit du sie auch allein machen kannst.
01Was dich eine Anfrage kostet
Die Rechnung ist an sich ganz einfach. Du nimmst alles, was deine Webseite dich im Monat kostet, und teilst es durch die Anfragen, die sie dir im selben Monat gebracht hat.
- Kosten im Monat
- alles, was die Webseite dich kostet
- Geteilt durch
- die Anfragen über die Webseite im selben Monat
- Ergibt
- deinen Preis je Anfrage
Zu den Kosten zählt alles: Hosting, Betreuung, Anzeigen bei Google.
Und jetzt kommt der Punkt, an dem es bei fast jedem hängt: Die meisten wissen gar nicht, wie viele Anfragen über die Webseite kommen. Dann kann man auch nicht sagen, ob sie sich lohnt. Das ist dann schon der erste Befund.
02Was dir eine Anfrage bringt
Eine Anfrage ist noch kein Auftrag. Wichtig sind deshalb zwei Zahlen von dir: wie viele Anfragen am Ende ein Auftrag werden und was ein Auftrag im Schnitt wert ist.
Und noch eine dritte Frage, die gern vergessen wird: Kannst du die zusätzlichen Kunden überhaupt abarbeiten? Zehn Anfragen mehr bringen nichts, wenn dein Kalender schon voll ist.
03Die Rechnung aus meinem Anfragen-Check
Im Check schaue ich mir deine Webseite an, frage nach deinem Preis pro Kunde und schaue grob, wie oft in deiner Gegend nach deiner Leistung gesucht wird. Daraus mache ich eine Rechnung wie diese:
- Mehr Besucher im Monat nach vier bis sechs Monaten
- 20 bis 30
- Daraus mehr Anfragen
- 3 bis 5
- Davon Aufträge, wenn etwa jede zweite zusagt
- 1 bis 2
- Wert je Auftrag (Beispiel)
- 3.000 €
- Mehr Umsatz im Monat
- 3.000 bis 6.000 €
Wenn davon nach Abzug deiner Kosten deutlich mehr übrig bleibt, als die Webseite im Monat kostet, hat sie sich schon gelohnt.
Da muss ich aber ganz ehrlich dazu sagen: Das ist natürlich eine Milchmädchenrechnung. Umsatz ist nicht Gewinn. In jedem Auftrag stecken Lohn und Material. Rechne also mit dem, was dir von einem Auftrag wirklich bleibt. Die Richtung stimmt trotzdem.
Annahmen, kein Versprechen. Google braucht meist vier bis sechs Monate, im ersten Monat wirkt nur die Seite selbst.
04Wann es sich lohnt und wann nicht
Friseursalon mit vollem Kalender: eher nicht
Sagen wir, ein Friseursalon ist eh schon gut ausgebucht und will über Google noch mehr Kunden bekommen. Laut dem Dienstleistungsvergleich „Prime Spot“ der Unternehmensberatung Peter Zöllner, auf den sich auch der Zentralverband des Friseurhandwerks beruft, lag 2021 der Umsatz im Schnitt bei rund 66 € je Kundin und rund 27 € je Mann (Deutsche Handwerks Zeitung). Zehn Kunden mehr im Monat sind also grob 500 € Umsatz. Und die zehn Termine musst du ja auch noch irgendwo unterbringen, wenn der Kalender eh schon voll ist.
Wenn die Betreuung dann mehr kostet, als die zusätzlichen Termine übrig lassen, bleibt nichts hängen. Da sage ich ehrlich: Lass es erstmal. Ganz anders ist das, wenn noch Termine frei sind, zum Beispiel wenn du dich gerade selbstständig gemacht hast oder mobil zu deinen Kunden fährst. Dann kann jede neue Stammkundin richtig was wert sein. Es kommt also auf die Auslastung an, nicht auf die Branche.
Solarbetrieb: eigentlich immer
Ganz anders bei einem Solarbetrieb. Da liegt ein Auftrag schnell bei 20.000 €. Wenn ich da alle zwei Monate einen abgeschlossenen Kunden bringe, sind das vielleicht fünf bis sechs Anfragen. Schon ein einziger Auftrag bringt da deutlich mehr, als die Anfragen dafür gekostet haben, alles danach ist Bonus. Auch hier gilt: Lohn und Material gehen noch ab. Aber die Rechnung geht trotzdem auf.
05So rechnest du selbst nach
- Schreib auf, was deine Webseite dich im Monat kostet. Hosting, Betreuung, Anzeigen, alles.
- Zähl, wie viele Anfragen letzten Monat über die Webseite kamen. Formular, Anruf, WhatsApp.
- Teil die Kosten durch die Anfragen. Das ist dein Preis je Anfrage.
- Überleg, wie viele Anfragen bei dir ein Auftrag werden und was dir von einem Auftrag bleibt.
- Vergleich beides. Bleibt von einem Auftrag deutlich mehr übrig, als die Anfragen dafür kosten, lohnt sich die Seite.
Wenn du bei Schritt zwei hängst, bist du nicht allein. Weißt du eigentlich, wie viele Anfragen dir deine Webseite letzten Monat gebracht hat? Genau das werte ich bei meinen Kunden jeden Monat aus.